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Thanatologie

Die Thanatologie ist die Wissenschaft vom Tod, vom Sterben und der Bestattung mit Hauptaugenmerk auf den psychologischen und soziologischen Facetten des Todes und des Sterbens an sich. Ansätze der Thanatologie finden sich auch bereits im späten Mittelalter. Im weiteren Sinne bezeichnet die Thanatologie auch die Auseinandersetzung mit Gedanken, Gefühlen, Verhaltensweisen sowie auch Phänomenen die den Tod betreffen. Natürlich haben auch der Fortschritt, neue Erkenntnisse sowie auch gesellschaftliche Entwicklungen in diesen Bereichen die Thanatologie im Laufe der Zeit maßgeblich beeinflusst und nicht zuletzt auch das Verständnis dessen, was Leben und Tod ist. Das Verständnis des Begriffs der Thanatologie muss daher immer wieder neu erörtert werden. Darüber hinaus bezeichnet die praktische Thanatologie auch die hygienische Totenversorgung für die Aufbahrung des oder der Toten im offenen Sarg. Hier spricht man auch von „Modern Embalming”, was die befristete Erhaltung des Leichnams selbst unter extremen Bedingungen (beispielsweise ohne Kühlung und ohne Trennscheibe) beschreibt. Seinen Ursprung hat das Modern Embalming in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts, die Erfindung ist eher einem praktischen Hintergrund zu verdanken - Soldaten, die während des Sezessionskriegs gefallen waren und teils erhebliche Verletzungen aufwiesen, sollten nicht unbehandelt zu ihren Angehörigen zurückgeschickt werden. Die Hygienische Totenversorgung auch Thanatopraxie oder Thanatopraxis umfasst zum Beispiel das Waschen, Ankleiden, Schminken und Frisieren des Verstorbenen, aber auch das Verschließen der Körperöffnungen, entfernen von medizinischen Utensilien wie Katheder, Verbänden, Zugängen und ähnlichem. Das Verschließen von Wunden kann durch verkleben, nähen oder Kauterisierung erfolgen. Die Augen werden verschlossen, indem man eine Art Linse mit Noppen auf den Augapfel setzt und das Lied über die Noppen zieht.


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